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Die Doshas und ihre äußeren Einflüsse (Teil 2)

Die Doshas und ihre äußeren Einflüsse (Teil 2)

11.12.2017 | Im ersten Teil über die Doshas und ging es um ihre allgemeinen äußeren Einflüsse. Im zweiten Teil über die Doshas geht es mehr in Detail, in die Dosha-Dominanz. Was bedeutet eine Dosha-Dominanz?

 

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Das Dosha, das den höchsten Anteil (%) hat, dominiert die anderen Doshas. Wenn man die Anfangsbuchstaben der 3 Hauptdoshas (Vata, Pitta und Kapha) nimmt, dann kann die Verteilung beispielsweise V:20%, P:60% und K:20% sein.
In dem Fall gäbe es eine eindeutige Pitta-Vorherrschaft. Wenn dagegen die Situation V:35%, P:45% und K:20% wäre, würde zwar Pitta auch vorherrschen, aber Vata könnte man nicht ganz vernachlässigen. Beim Klima üben meist 3 Doshas gleichzeitig (vgl. „Doshas jetzt mit Klima“) Einfluss auf uns aus. Allgemein sollte der Abstand zu den anderen Doshas mehr als 12% sein (Faustregel), um wie bei den beiden Beispielen von einer 1- oder 2-Dosha-Dominanz sprechen zu können.

Bei den sich im Laufe des Tages wandelnden Dosha-Einflüssen, konkurieren immer nur 2 Doshas miteinander und der Verlauf ist kontinuierlich fortschreitend, wie das bei der 12-Stundenanzeige oder 24-Stundenanzeige der Dosha-Uhr 2.17 gut mitzuverfolgen ist. Hat also ein Dosha 100% erreicht sind die beiden anderen Doshas jeweils 0%. Ein Dosha hat gerade so lange abgenommen, bis es jetzt bei 0% liegt und dort länger bleibt. Aber das 100%-Dosha verliert ab dem Zeitpunkt an Einfluss (-) und das vorherige 0%-Dosha steigt (+) jetzt im gleichen Maß bis 100% an, so wie das momentane 100%-Dosha bis 0% fällt.

Ein konkretes Beispiel dazu. Morgens zu einem bestimmten Zeitpunkt ist V:50% und K:50%. V- fällt jetzt kontinuierlich ab bis 0%. K+ steigt um den gleichen Anteil bis 100% an. Hat V:0% und somit K:100% erreicht, kehrt sich die Tendenz von steigendem Kapha (K+) in fallendes Kapha (K-) um; Vata bleibt jetzt erst mal länger bei 0%. Während Kapha fällt (K-:99%...1%) steigt gleichzeitig Pitta an (P+:1%...99%), bis K:0% und P:100% ist. Dann geht es weiter mit P- und V+ während K=:0% bleibt usw.

Maßnahmen zum Ausgleich einer Dosha-Dominanz

Bestimmten Einflüssen können wir uns u. U. leicht entziehen. Zum Beispiel lauter Musik, unangenehmen Unterhaltungen, schlechte Nahrung oder üblen Gerüchen. Aber dem Klima und der Tageszeit können wir uns nicht so leicht entziehen. Dennoch gibt es Maßnahmen, die bei der Erhaltung oder Förderung der Balance der Doshas helfen können.

Die individuelle Ausprägung, Konstitution (Prakriti) und aktuelle Abweichungen davon (Vikriti), spielen jetzt mit eine Rolle. Wenn jemand persönlich (zum Beispiel) eine Kapha-Dominanz hat (Prakriti/Vikriti), sollte er in Kapha-Phasen (morgens, abends und bei feucht-kaltem Wetter) nichts tun, was Kapha fördert, bzw. Gegenmaßnahmen ergreifen. Aber auch Personen, die persönlich nicht speziell von Kapha geprägt sind, sollten bestimmte (extreme) Dinge in einer Kapha-Phase vermeiden, um das individuelle Kapha nicht zu sehr ansteigen zu lassen.

 

Beispiel-Maßnahmen in einer Kapha-Dominanz-Phase

  • Vermeiden: Schlaf, Kälte, Feuchtigkeit, Schwere Nahrung (viel Fett, viel Protein), viel essen, sehr süße oder sehr saure oder sehr salzige Nahrung zu sich nehmen.

  • Bevorzugen: Bewegung, Spaziergänge, Sport Wärme, Trockenheit, keine oder eine kleine Mahlzeit, sehr leichte Nahrung, scharfe oder bittere oder zusammenziehende (herbe) Nahrung zu sich nehmen.

Beispiel-Maßnahmen in einer Pitta-Dominanz-Phase

  • Vermeiden: Wärme, nichts essen, nichts tun, sehr scharfe oder sehr saure oder sehr salzige oder extrem fettige oder sehr heiße Nahrung (und Getränke).

  • Bevorzugen: aktiv sein, Kälte/Kühle, größere Mahlzeit (mit Proteinen), gute Phase um zu speisen, süße oder bittere oder zusammenziehende (herbe) Nahrung zu sich nehmen.

Beispiel-Maßnahmen in einer Vata-Dominanz-Phase

  • Vermeiden: Kälte, Luftzug/Wind, Trockenheit, keine oder eine zu leichte Mahlzeit zu sich nehmen, intensiven Sport, intensiven Sex, sehr scharfe oder sehr bittere oder sehr zusammenziehende (herbe) Nahrung.

  • Bevorzugen: Wärme, windgeschützter Aufenthaltsort, Feuchtigkeit, eine mittelgroße fetthaltige Mahlzeit zu sich nehmen, ausreichend trinken, ausruhen, schlafen, süße oder saure oder salzige Nahrung.
     

Der Autor

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Uli Senger, Heilpraktiker, Ayurveda-Therapeut, Diplom-Mathematiker etc. Ayurveda seit 1982. Mehr Informationen zu Uli Senger oder AyurMedi.

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Der Form halber möchte ich hinzufügen, dass eine Veröffentlichung nur auf Ayurveda-Portal.de erlaubt ist (keine Weitergabe an Dritte) und mich als Autor nennen muss. Ein Link auf AyurMedi.de wird bei der Nennung des Urhebers (Uli Senger) erwartet. Ferner müssen Änderungen/Anpassungen des Textes mit mir vor einer Veröffentlichung abgesprochen werden.



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