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Themenspecial

Themenspecial "Ayurveda-Ausbildungen"

17.02.2017 | Sie interessieren sich für eine Aus- oder auch Weiterbildung in Ayurveda, wissen aber noch nicht genau, bei welche Art, welchen Umfang eine solche Ausbildung haben soll und bei welchem Institut Sie diese am besten durchführen.

 

Bevor Sie sich für eine bestimmte Ausbildung entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall Ihr individuelles Lernverhalten berücksichtigen - eine Individualität, die wir ja besonders aus dem Ayurveda immer wieder erlernen und erfahren – und Ihre eigenen Bedürfnisse so genau wie möglich ermitteln.

Eine Hilfestellung zur Entscheidungsfindung ermöglichen wir Ihnen, indem Sie sich Ihre Antworten zu den folgenden Fragen bewusst machen – denn was für den einen gut ist, ist für den anderen oftmals leider nicht das Richtige.

Warum möchten Sie eine Ausbildung machen, welche Ziele verfolgen Sie damit?

  • Möchten Sie für sich selbst und Ihre Familie einfach gesünder leben und daher mehr über Ayurveda erfahren?
  • Möchten Sie andere Menschen zu einer ayurvedischen Lebensweise beraten? (Gesundheits-, Ernährungsberatung)
  • Möchten Sie mit Ihren Händen arbeiten und anderen durch Massagen und Ölanwendungen gutes tun? (Wellness im Bereich Massage und Kosmetik)
  • Oder ist es Ihnen wichtig, intensiv und fachlich kompetent Menschen zu therapieren? (medizinisches Ayurveda)

Wie viel Zeit können Sie für die Ausbildung einplanen?

  • Nur an Wochenenden?
  • Während der Woche?
  • Über einen längeren Zeitraum? Oder nur kurz?

Wie, auf welche Art und Weise lernen Sie am besten?

  • Aus Büchern und alleine?
  • Gemeinsam mit vielen anderen, von unterschiedlichen Dozenten?
  • In kleinen Gruppen und im persönlichen Kontakt mit dem Lehrer?
  • Oder im direkten Lehrer – Schüler – Verhältnis?

Und zu guter letzt…wie viel Geld können und möchten Sie investieren?

Bitte bedenken Sie, dass der Preis nur zweitrangig miteinbezogen werden sollte, denn:
Am Preis alleine kann nicht die Qualität der Ausbildung gewertet werden. Jedes Institut oder Ausbildungszentrum legt eigene individuelle Preise fest. Dabei können zum Teil große Preisunterschiede entstehen.
Achten Sie eher darauf, welche Ausbildung Sie persönlich am meisten anspricht. Ein für Sie gutes Preis-Leistungsverhältnis ist das Wichtigste.
Sobald Sie sich Klarheit über die jeweiligen Antworten verschafft haben, können Sie viel einfacher aus den hier angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten (am Ende dieses Beitrages finden Sie zusätzlich noch spezielle Informationen von einzelnen Ausbildungs-Instituten) das für Sie richtige Ausbildungsangebot herausfiltern.
In der Regel werden Sie dann noch immer mehrere Anbieter zur Auswahl haben. Wir empfehlen dann, folgende eher qualitative Fragen an den jeweiligen Anbieter zu stellen:

Welche Ausbildung haben die Dozenten? Machen sie selbst Weiterbildungen?

Die Qualität der Ausbildung steht und fällt mit der Qualität des beziehungsweise der Dozenten. Sie sollten ein fundiertes Wissen von Ayurveda haben und es auch gut weitervermitteln können. Fundiert heißt in der Regel eine mehrjährige Ausbildung und Praxis in Ayurveda. Pluspunkte können zusätzliche Weiterbildung in Indien oder Sri Lanka sein. Ob ein Dozent dann auch das eigene Wissen gut weitervermitteln kann, können Ihnen in der Regel nur vorherige Teilnehmer sagen…sich hierzu auszutauschen – telefonisch oder per Internet – ist sicherlich sehr angeraten.

Praktizieren die Dozenten selbst Ayurveda?

Wichtig ist weiterhin, dass die Dozenten selbst Erfahrungen in Theorie und Praxis von Ayurveda gesammelt haben und nicht nur über Ihr Wissen dozieren. Denn durch das eigene Praktizieren ist ein ganz anderer Erfahrungsaustausch möglich.

Auf welchen Quellen basiert der Lehrstoff?

Dieser sollte auf dem alten ursprünglichen Wissen basieren, welches beispielsweise in den alten Schriften wie Charaka Samhita und Sushrutha Samhita festgehalten worden ist. Das ist auch der Grundlehrstoff des Studiums an einer Ayurveda Universität oder einem College in Indien. Es gibt inzwischen viele Bücher über Ayurveda, aber man sollte genau schauen, auf welche Quellen sich das Geschriebene zurückverfolgen lässt.
Werden die Grundlagen gelehrt? Unabhängig vom Schwerpunkt der Ausbildung -Massage, Ernährung oder ayurvedische Heilkunde insgesamt-, sollten die allgemeinen Grundlagen vermittelt werden, wie die Doshas, Dhatus und Malas. Die Unterscheidung zwischen der Konstitution (Prakriti) und der Störung durch Erkrankung (Vikriti) sollte deutlich gemacht werden. Ebenso sollten Vorbeugungsmaßnahmen, tägliche Rituale und Ernährung immer im Lehrstoff enthalten sein.

Wie groß ist die Teilnehmerzahl?

Entscheiden Sie selbst, welche Gruppengröße Ihnen angenehm ist. Eine große Gruppe ist in der Regel anonymer, man kann sich eher zurückhalten – eine kleine Gruppe ist oft intensiver und persönlicher.

Gibt es ein Manuskript?

Manche Veranstalter geben keine Seminarunterlagen, andere geben ein sehr ausführliches Manuskript. Das ist natürlich kein Kriterium für die Qualität einer Ausbildung, es kann dem Lernenden aber während und im Anschluss an die Ausbildung sehr viel weiterhelfen.
Werden weiterführende, darauf aufbauende Ausbildungen/Seminare angeboten? Es kann für Ihre mögliche weitergehende Ausbildung sinnvoll sein, vielleicht sogar zu besonderen Konditionen, am gleichen Ausbildungsinstitut weitermachen zu können, wenn es Ihnen zusagt. Manche Akademien haben ihre Aus- und Fortbildungen nach einem Baukastenprinzip aufgebaut, wodurch dem Studierenden mehr Flexibilität bei dem Ausbildungsablauf ermöglicht wird.
Auch kann es auf eine gute Qualität des Ausbildungsveranstalters hindeuten, wenn nicht nur Grundausbildungen, sondern auch darauf aufbauende weiterführende Seminare angeboten werden. Oder auch die anschließende Supervision und die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren, geben Ihnen gute Hinweise, dass es sich um ein ernsthaftes, hochwertiges Angebot handelt.

Abschließend möchten wir noch auf eine Frage eingehen, die oftmals im Rahmen einer qualitativen Beurteilung gestellt wird:
Was sagt ein sogenanntes Zertifikat aus, welches immer mehr vergeben wird? Ist es ein Qualitätsmerkmal?

Grundsätzlich gilt für Deutschand, dass kein Zertifikat oder Diplom staatlich anerkannt ist. (Ausnahme: es gibt in Deutschland ausgesuchte Fortbildungen speziell für Ärzte, die von einigen wenigen Deutschen Ärztekammern als Fortbildungsveranstaltung anerkannt sind. Die Ärzte erhalten eine bestimmte Punktezahl für diese Fortbildungen. Sie sind somit staatlich anerkannt.)
Wenn Sie kein Arzt oder Heilpraktiker sind, berechtigt Sie auch das „schönste“ Zertifikat nicht, heilend tätig zu werden. Ihr Wirkungsfeld verbleibt im präventiven, beratenden Bereich.
Schulintern gelten unterschiedliche Bezeichnungen wie „Ayurveda- Spezialist“, „Ayurveda-Therapeut“ oder auch „Clinischer Ayurveda Therapeut (CAT)“. Der „ärztlich zertifizierte Therapeut“ zeigt grundsätzlich nur an, dass der Prüfer ein Arzt ist.
Obwohl Zertifikate akademieübergreifend nicht standardisiert sind, können solche Urkunden die Qualität Ihrer Ausbildung glaubwürdig dokumentieren, wenn das jeweilige Institut einen verdientermaßen guten Ruf vorweisen kann.
Brauchen Sie überhaupt ein Zertifikat für weitere Fortbildungen oder für Ihre spätere Arbeit? Vielleicht ist es für Sie auch gar nicht so wichtig, da Sie ‚nur’ für sich selbst lernen?
Es gibt also eine Menge zu berücksichtigen, wenn Sie die Ausbildung finden möchten, die Ihren Bedürfnissen entspricht.

Ayurveda-Ausbildung und -Abschluss in Indien und Europa

Die im Folgenden beschriebenen verschiedenen möglichen Ausbildungswege und Richtungen des Ayurveda, werden Sie bei Ihrer weiteren Entscheidungsfindung unterstützen.

Der Ausbildungsweg in Indien zum Ayurveda-Arzt bzw. zum Vaidya (Sanskrit) macht beispielsweise bewusst, wie umfangreich das Ayurveda-Studium dort ist.
Einen guten Einblick in das Ayurveda-Studium im alten und heutigen Indien, aber auch in Europa gibt der folgende Beitrag von Prasanth Raghavan (übersetzt von Petra Tsekos):
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Ayurveda Studium im alten Indien

Im alten Indien wurde ein Ayurveda-Arzt in Sanskrit als 'Vaidya' bezeichnet, das bedeutet, dass es sich um eine wissende Person oder um jemanden handelt, der die Krankheit von ihrer Wurzel her kuriert. Um ein Ayurveda-Arzt zu werden, musste man jahrelang unter seinem Lehrer (Guru) lernen, wozu man bei ihm wohnte. Dieses Studiensystem wird 'Gurukula System ' genannt. Der Student fängt schon um 3 Uhr früh mit dem Lernen an, da das die beste Zeit ist, um philosophische Themen zu erfassen.

Hier ein Beispiel, wie in einem Bereich von Ayurveda, der Chirurgie gelehrt wurde :

Damit der Student lernt, genau zu schneiden bzw. zu schaben, wird ihm die Harnblase von einem Tier mit Wasser gefüllt gegeben. Von ihm wird erwartet, die Blase in ihre Schichten zu zerlegen und die Blutgefäße zu entfernen, ohne, dass die Blase undicht wird.

Andererseits musste zu jener Zeit, als es noch keine Röntgentechnologie gab, ein Student das vorsichtige Untersuchen lernen. Dazu wurde ihm eine reife Jackfrucht gegeben, die in ihrem Innern viele Samen hat. Um im Ernstfall einen Fremdkörper aus dem Patienten ohne unnötige zusätzliche Verletzungen entfernen zu können, sollte er mit Hilfe eines flexiblen chirurgischen Instruments durch 4 Löcher von allen 4 Seiten die Samen, einen nach dem anderen mit so minimaler Verletzung im Fruchtfleisch wie möglich aus der Frucht entnehmen.

Diese Art des Lernens bewirkte auch eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit des Studenten. Später wurde die Zergliederung einer Leiche gelehrt und dann durfte der Student dem Lehrer assistieren. Wenn der Lehrer beobachtete, dass der Student genügend Kenntnis des Themas erworben hat, wurde ihm schließlich gestattet, unabhängig zu praktizieren.

Dieser Typ des Lehrplans existierte während der damaligen Zeiten für die verschiedenen Bereiche in Ayurveda. Das zeigt, wie vorsichtig ein Student gelehrt wurde, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Da diese Art des Studierens immer eine Art Privatunterricht bzw. Einzelunterricht war, war es in diesem System im Laufe der Studien üblich, dass Lehrer und Student über spezifische Themen diskutierten.

Ayurveda Studium im heutigen Indien

Im letzten Jahrhundert wurde ein 5 1/2 jähriges Ayurveda Studium an der Universität (BAMS - Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery) eingeführt. Während der ersten 3 Semester werden Anatomie, Physiologie, Sanskrit, die Grundlagen von Ayurveda, die Philosophie von Ayurveda (Padartha Vig-na-na, weiht in die Ideen ein, in Wechselbeziehungen zu denken) unterrichtet.

Die folgenden beiden Trisemester befassen sich mit den Therapien im Einzelnen, ungefähr eintausend verschiedene Kräuter und ihre Zubereitungen, sowie ausführlichen Studien in Prävention, Toxikologie, Pathologie, Gynäkologie, Chirurgie, Pädiatrie, Hals-Nasen- und Ohrenkrankheiten etc. Insgesamt mehr als 4800 Unterrichtsstunden in 54 Monaten. Nach der Absolvierung des Universitätsstudiums folgt ein obligatorisches 12-monatiges Praktikum in einem Ayurveda Krankenhaus in allen Stationen.

Ayurveda Studium in Europa

In der momentanen Situation der alternativen Medizinsysteme in Europa und besonders in Deutschland gewinnt Ayurveda immer mehr an Bedeutung und das nicht nur im Bereich von Prävention und Wellness, sondern auch zur Heilung besonders von chronischen Erkrankungen.

Wir können die Ayurveda-Studien in 3 verschiedene Zielgruppen unterteilen.

1) Ayurveda für alle – Anwendung, die der Gesunderhaltung dient.

In Ayurveda gibt es keine für alle gleichermaßen passende Ernährung, denn heutzutage wird meist nur das Essen unabhängig vom Essenden betrachtet, aber in Ayurveda wird erst der Essende in Betracht gezogen und dann für ihn individuell die günstig wirkende Nahrung bestimmt.

Ein Beispiel dazu : Manche trinken morgens gern eine Tasse Milch, bei einigen kann das Durchfall zur Folge haben, während anderen schon schlecht wird, wenn sie nur daran denken, morgens Milch zu trinken. Daran wird ersichtlich, wie wichtig es ist, die Nahrungsmittel entsprechend der Konstitution auszuwählen. Für alle ist es wichtig, das wiederholte Essen von unverträglichen Nahrungsmittelkombinationen (Vi-ru-dha Aa-hara) zu vermeiden.
Ein Beispiel dazu: Milch wird als sehr nahrhaft erachtet, aber wenn sie mit Banane oder sauren Früchten kombiniert wird, kann das zu Haut- und Verdauungsproblemen führen.
Aber auch Gewürze, die in der indischen Küche verwendet werden, können als Medizin verwendet werden.
Ein Beispiel dazu: Zuviel Magensäure kann mit einer Prise Bockshornklee bekämpft werden und eine Prise Kümmel ist gut gegen Blähungen. Viele Großmütter in Indien können auf diese Art kleine Leiden ihrer Familienangehörigen bekämpfen.
So wird sich diese Ausbildung vor allen Dingen darum bemühen, uns selbst zu verstehen und wie wir mit unserer Ernährung zur Gesunderhaltung beitragen können. Außerdem wird über einen gesunden Lebensstil (einschließlich den Sinn von Yogaübungen) gesprochen.

2) Ayurveda für Wellness

Diese Kurse richten sich vor allen Dingen an Wellnesstherapeuten, deren Patienten oder Gäste, allgemein etwas für ihre Gesundheit tun möchten und deren Ziel nicht die Behandlung von konkreten Erkrankungen ist, sondern Stressabbau und ein Wohlfühlerlebnis der besonderen Art.

Einführung in Ayurveda

  • Durchführung der verschiedene Arten von Massagen mit ihren Indikationen und Kontraindikationen
  • Durchführung der verschiedene Arten von Stirngüssen mit ihren Indikationen und Kontraindikationen

3) Ayurveda zur Heilung

Diese Kurse richten sich an medizinisches Personal, die Ayurveda zur Heilung einsetzen möchten. Dabei sind zuerst die fundamentalen Grundlagen von Ayurveda und seinen Zweigen von den klassischen Texten (Caraka, Astanga Hrdaya etc. ) zu studieren. Es gilt zu erlernen, wie man Kräuter anhand ihrer Eigenschaften klassifiziert, so daß auch die Wirkung von einheimischen Pflanzen in ayurvedischer Hinsicht bestimmbar ist. Verschiedene Therapien, die nur für Heilzwecke eingesetzt werden, sollten nicht nur theoretisch erlernt, sondern auch praktisch geübt werden.
Dabei können ayurvedische Grundsätze auch in anderen Medizinsystemen nützlich sein. So kann man durch Verstehen der Besonderheiten der einzelnen Konstitutionstypen mögliche unerwünschte Nebenwirkungen abschätzen, die für den einzelnen Patienten z.B. bei längerer Einnahme von Antibiotika oder Hormonen wahrscheinlich sind. Auf diese Art ist auch für den Schulmediziner die ayurvedische Herangehensweise interessant.
Und alle, die vorhaben sich ernsthaft mit Ayurveda zu beschäftigen, müssen daran denken, dass die Objektivität, die in anderen Wissenschaften (z. B. einen Bruch, den man auf dem Röntgenbild sieht) vorhanden ist, in Ayurveda gelegentlich vergeblich gesucht wird, da sich Ayurveda hauptsächlich mit den Prozessen im menschlichen Körper befasst.
Mit anderen Worten : Ayurveda sieht den menschlichen Körper als ein Netzwerk, in dem die Systeme und Strukturen eingebettet sind und das in Kreisläufen mit dem Vata Dosha (grob gesagt : das Nervensystem) im Zentrum agiert. Hier ist die Struktur so wichtig wie der Prozess, aber nur durch die Struktur kann der Prozess geschehen.
Aber muss man wirklich ein Experte in Ayurveda sein, um ayurvedische Therapien durchzuführen? Betrachten wir zum Beispiel Shirodhara (Stirnguß) - eine Therapie die in fast allen ayurvedischen Zentren angeboten wird. In den ayurvedischen Schriften wird ausgeführt, dass man zuerst sowohl den Körpertyp (Prakrti, d.h. die angeborene individuelle Doshakombination) als auch das Vikrti (welche Doshas gestört sind) und das Stadium der Erkrankung (Ayurveda unterscheidet 6 Krankheitsstadien) des Patienten bestimmen muss, bevor man das zu verwendende Kräuteröl, Kräuterabkochung, Kräutermilch oder Kräuterbuttermilch bestimmen kann. Desweiteren spielen für eine erfolgreiche Therapie die richtige Tages- und Jahreszeit eine nicht unerhebliche Rolle. Der Therapeut sollte außerdem das Gemüt des Patienten berücksichtigen und ihn auf die richtige Ernährung sowie das richtige Verhalten während der Therapie hinweisen. Schließlich muss dann noch entschieden werden, aus welcher Höhe (üblicher Weise zwischen 2 und 4 Fingerbreiten des Patienten), mit welcher Temperatur, mit welcher Strahlstärke und wie lange (durch Pulsdiagnose zu bestimmen) der Stirnguß durchgeführt werden sollte. Letztendlich ist zu beachten, dass es für Shirodhara wie für nahezu jede Therapie auch Kontraindikationen gibt. Viele dieser Faktoren sind auch für andere ayurvedische Therapien zutreffend. Kurz gesagt ist das Durchführen der Therapie nur die Spitze des Eisbergs. Denken wir daran, dass wir während des Shirodharas Prana Vata und Udana Vata beeinflussen, so dass eine oberflächliche Durchführung zu Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schweregefühl im Kopf, Leeregefühl in der Herzgegend führen kann, während sich später Insomnie, Tremor, Gedächtnisverlust, Gleichgewichtstörungen beim Aufrichten u.ä. entwickeln können. Welche Problematik sich entwickeln kann, hängt wiederum vom Konstitutionstyp des Patienten ab, aber besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Vata-Konstitution geboten.

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Das Ayurveda-Studium in Deutschland

Kerstin Rosenberg - Rosenberg Eurpäische Akademie für Ayurveda schreibt:

"Jeder, der sich für eine Ayurveda-Ausbildung interessiert, sollte bereits eigene Erfahrungen mit den ayurvedischen Behandlungstechniken und Heilmethoden gemacht haben. Denn der Schlüssel für den zukünftigen Erfolg liegt weniger in der geschickten Vermarktung von Produkten oder Serviceleistungen, sondern vor allem in der eigenen Begeisterung für den Ayurveda und die Liebe zu den kommenden Menschen und Patienten. Mit Ayurveda wird der Beruf zur Berufung und die effiziente Hilfe für andere dient nicht nur dessen Gesundheit und Wohlergehen, sondern auch die eigene persönliche Entwicklung erfährt eine wunderbare Unterstützung."

Auch sie unterteilt die ayurvedischen Berufsbilder in 3 große Kategorien:

1. Ayurveda-Medizin und Heilkunde

Die medizinischen Therapien und Behandlungsweisen des Ayurveda dürfen in Deutschland nur von anerkannten Ärzten und Heilpraktikern ausgeführt werden. Ein Studium der Ayurveda-Medizin ist eine akademische Ausbildung von ca. 3 Jahren mit dem Schwerpunkt der kurativen und ambulanten Heilmethoden des Ayurveda, wie Diagnose, medizinische Konsultationen, Reinigungskuren (Panchakarma), Kräuterheilkunde (Dravyaguna) und innere Medizin (Kaya chikitsa). Für das Studium in Ayurveda-Medizin sollte entweder bereits ein medizinischer Abschluss vorhanden sein, oder ein Kombinationsstudium Ayurveda-Medizin und Heilpraktiker-Ausbildung angestrebt werden.

Ein weiterer medizinischer Berufszweig ist der medizinische Ayurveda-Therapeut/Ayurveda-Spezialist. Hier stehen die manuellen Therapien sowie innere und äußere Ölanwendungen mit medizinischer Wirkung im Vordergrund. Der Ayurveda-Therapeut arbeit kann selbstständig in eigener Praxis oder im klinischen Rahmen Menschen therapeutisch behandeln und begleiten. Er ist ein Spezialist für alle Leiden des Bewegungsapparates und arbeitet mit der großen Palette von ayurvedischen Massagen, Öleinläufen, inneren Reinigungsbehandlungen und Kräutertherapie. Als rechtliche Grundlage ist in Deutschland eine staatlich anerkannte Ausbildung als Physiotherapeut, Masseur oder Heilpraktiker notwendig.

2. Ayurveda und Wellness

Der größte und erfolgreichste Markt für medizinische Laien liegt in den neuen Ayurveda-Wellness-Berufen mit Schwerpunkt Massage, Kosmetik und Medical-Wellness. Wer Freude und Begabung für die kunstvollen Ayurveda-Massagen und vitalisierenden Ölbehandlungen mitbringt, kann diese im Rahmen von 1-2 jährigen Ausbildungen erlernen. Diese können in der selbstständigen Praxis oder im Rahmen von Kurzentren und Hotels weitergegeben werden.

3. Ayurveda und Gesundheitsvorsorge

Die Gesundheitsvorsorge wird von Ayurveda Ernährungs- und Gesundheitsberatern abgedeckt. Für diesen Berufszweig sind Menschen geeignet, die sich für eine gesunde Lebensweise interessieren und Freude daran haben, mit oder vor anderen Menschen zu sprechen. Fachliche Beratung, individuelles Gesundheitscoaching und das einfühlsame Gespräch gehören genauso zum Tätigkeitsfeld wie begeisternde Vorträge und praxisnahe Seminare für Selbstanwender.

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Unabhängig davon, für welche der vielen Ausbildungsmöglichkeiten Sie sich entscheiden, ein wesentlicher Bestandteil für eine erfolgreiche Ayurveda-Laufbahn wird Ihre Begeisterung für den Ayurveda sein. Aber auch kaufmännische Fähigkeiten, grundlegendes Marketing-Know-How und Zeit für administrative und verkäuferische Tätigkeiten sollten für Sie als Selbstständige/r selbstverständlich sein. Wir wünschen Ihnen bei der Suche und Auswahl Ihres persönlichen Ausbildungsangebotes viel Erfolg und ein gutes Gespür.

Sollten Sie Fragen, Anregungen, Wünsche haben - wir freuen uns über Ihren persönlichen Beitrag in unserem Diskussionsforum.

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Hier finden Sie weitere Beiträge zum Thema „Ausbildungen“:

Ayurveda als Beruf
Von Kerstin Rosenberg, Europäische Akademie für Ayurveda

Ayurveda-Fernstudium: Ausbildung zum Ayurveda-Gesundheitsberater
Von Markus Schmieke Vedenakademie, Berlin

Ausbildungsangebote von Vidya Sagar – Akademie für Ayurveda
von Dr. med. Hedwig Gupta, Ludwigsburg

Ausbildungsberatung - Test zur Orientierung
Mit diesem Test möchte Kerstin Rosenberg von der Europäischen Akademie für Ayurveda eine erste Orientierung geben.



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