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Die häufigste medizinische Behandlung bei weiblicher Fruchtbarkeitsstörung beschränkt sich in der Regel auf die Gabe von Hormonen einerseits und operativen Eingriffen andererseits, meist der Bauchspiegelung (Laparaskopie). Von wirklicher Heilung kann man dabei nicht sprechen, bestenfalls von der Beseitigung von Hindernissen und Symptomen. Die ayurvedische Medizin dagegen versucht von Grund auf zu heilen. Ist es nicht viel wichtiger die Ursache für eine hormonelle Störung zu finden und diese zu behandeln als einfach nur Hormone zu verschreiben? Oder der Frage nachzugehen, warum die Eileiter sich immer wieder verkleben, anstatt jedes Mal mit hartem Stahl in den empfindlichen weiblichen Unterbauch einzudringen? Und trotzdem, manchmal kann man den chirurgischen Eingriff nicht mehr vermeiden. Er sollte jedoch der Weisheit letzter, nicht erster, Schluss sein.
Im Ayurveda kann man in den meisten Fällen weiblicher Fruchtbarkeitsstörungen sehr viel tun. Intensive Reinigungskuren (Panchakarma), Heilpflanzen, die effizient den Stoffwechsel verändern und gezielt die gewünschten Gewebe aufbauen, bewirken oft schon große Erfolge. Aber auch, wenn die Ursachen anders gelagert sind, beispielsweise bei hormonellen oder konstitutionellen Störungen gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Ein kleines Beispiel einer Heilpflanze, deren Heilkraft für den weiblichen Organismus so groß ist, dass wohl keine andere ihr ebenbürtig sein dürfte, ist Shatavari, ein indisches Spargelgewächs.
Die Wirkungen von Shatavari auf den weiblichen Organismus sind so vielfältig, dass ich mich hier nur auf die für eine Schwangerschaft wichtigsten beziehen möchte. Shatavari reinigt die Schleimhäute der weiblichen Fortpflanzungsorgane und baut sie optimal für die Schwangerschaft auf. Viele früheren Verletzungen oder Operationen in diesem Bereich können damit wieder regeneriert werden. Shatavari hat auch einen starken hormonstimulierenden Effekt. Hormonelle Störungen können damit ausgeglichen werden, ohne die gefürchteten Nebenwirkungen von Hormonpillen. Auch während der Schwangerschaft ist Shatavari sehr wichtig, da es kaum etwas Besseres für den Embryo gibt, um sein Knochengerüst zu stärken und andererseits die Frau vor Mangelerscheinungen zu bewahren. Aber auch der mental beruhigende Effekt von Shatavari, besonders in der Schwangerschaft, ist nicht zu unterschätzen. Die konstante Einnahme hilft auch, den Geburtsvorgang bestens vorzubereiten und Komplikationen zu mindern.
Eines muss man jedoch bei all diesen Behandlungen immer mitbringen, und das ist Geduld. Lieber braucht die Empfängnis ein halbes Jahr länger, als dass Komplikationen oder gar Abortgefahr während der Schwangerschaft auftreten. Die Natur lässt sich nichts aufzwingen, und wenn doch, dann hat es nicht selten einschneidende und unerwünschte Konsequenzen.
„Die Vereinigung von Spermium, Eizelle und der göttlichen Seele in der Gebärmutter wird als Embryo bezeichnet.“ (9)
Die Entstehung und das Wachstum eines Embryos sind laut den ayurvedischen Schriften abhängig von folgenden sechs Faktoren:
1. Der Mutter
2. Dem Vater
3. Der göttlichen Seele (Atman)
4. Der Gesundheit der Mutter
5. Dem Plasmagewebe (Rasa-Dhatu) der Mutter
6. Dem Geist (des Kindes)
Die Mutter ist der wichtigste aller Faktoren, da der Fötus von ihr ernährt wird und ihre Gesundheit, aber auch ihre Defekte auf ihn übergehen. Ein Großteil der Organe und Gewebe im Fötus werden aus der mütterlichen Quelle gebildet beispielsweise Haut, Blut, Fleisch, Fett, Herz, Leber, Milz, Nieren, Blase, Rektum, Magen, Darm und andere.
Die Spermien des Vaters sind für alle Gewebe verantwortlich, die dem Embryo Stärke und Stabilität geben beispielsweise Haare, Nägel, Zähne, Knochen, Venen, Arterien, Sehnen, Bänder und Sperma. Der Einfluss des Spermiums ist in der ersten Zeit für den Fötus stärker als der der Eizelle, da die Formgebung und Stabilität zu Beginn höchste Priorität zukommt.
Die göttliche Seele (Atman) ist zusammen mit dem Geist für folgende Faktoren zuständig: Lebensspanne, Selbstverwirklichung, die charakterliche Grundstruktur, Vorlieben und Abneigungen, Stimme und Ausstrahlung, Bewusstheit, Mut, Intellekt, Gedächtnis, Egoismus und andere.
Das Plasmagewebe (Rasa-Dhatu) ist die Nährflüssigkeit des Embryos. Es bestimmt Größe, Stärke, Zufriedenheit, Rundlichkeit und Enthusiasmus des Embryos.
Der Geist ist verantwortlich für die unter Atman genannten charakterlichen Eigenschaften. Daneben ist der Geist jedoch durch die drei mentalen Gunas Sattva, Rajas und Tamas geprägt, die im theoretischen Teil bereits besprochen wurden. Die individuelle Mischung der drei Gunas hängt sehr stark vom Vorleben des Embryos ab. Der Geist ist verantwortlich für die Vereinigung der göttlichen Seele mit dem feinstofflichen und später auch mit dem grobstofflichen Körper eines Lebewesens. Nur wenn die göttliche Seele sich mit dem feinstofflichen Körper verbindet, kann ein neues Lebewesen entstehen.
Sämtliche Eizellen der Frau sind bereits bei der Geburt vollständig angelegt. Die Zahl der Eizellen übersteigt jedoch die tatsächlich benötigten bei weitem. Warum die Natur auch hier aus einem riesigen Überfluss schöpft, kann nur spekuliert werden.
Ich möchte es an dieser Stelle noch einmal wiederholen: die häufigsten Ursachen für eine weibliche Fruchtbarkeitsstörung sind im Gegensatz zur männlichen eher funktioneller Natur und weniger ein substanzielles Problem. Bei der Frau ist von Geburt an alles, was sie braucht, um schwanger zu werden, vorhanden. Selbst sämtliche Eizellen sind bereits beim weiblichen Säugling vollständig angelegt und müssen nur noch für den späteren 4-wöchentlichen Mentsruationszyklus ausgereift werden. Die Frau muss daher nicht wie der Mann ständig neue Eizellen produzieren, sondern kann auf ein unerschöpfliches Reservoir zurückgreifen. Die Frau ist die Empfangende. Sie empfängt das werdende Kind und sollte, um schwanger zu werden, den Körper so vorbereiten, dass nichts dieser Empfängnis im Wege steht. Aus ayurvedischer Sicht ist für den Erfolg einer Empfängnis vor allem die Qualität von Rasa-Dhatu entscheidend. Rasa-Dhatu, das Grundplasma, das nicht nur alle Körperzellen ernährt und versorgt, sondern in diesem Fall auch den werdenden Embryo. Man könnte dieses Prinzip mit unserer „Mutter Erde“ vergleichen. Je besser die Qualität der Erde, umso schneller, kräftiger und häufiger können die Pflanzen auf ihr wachsen. Bei schlechter Erde gedeiht nur wenig, und die wenigen sind meist schwach und kümmerlich.
Daraus wird verständlich, dass jede Frau vor einer erwünschten Schwangerschaft eine Reinigungskur (Panchakarma) durchführen lassen sollte. Nur ein gut geschulter ayurvedischer Therapeut kann nach eingehender Untersuchung feststellen, wie sie im Einzelfall auszusehen hat. Diese Kur kann nicht nur in einer Kurklinik über 2-4 Wochen stationär durchgeführt werden sondern auch begleitend zum Alltag, aber dann über einen längeren Zeitraum.
Achtung: Lassen Sie sich nicht vom Begriff Panchakarma verführen. Die meisten Ayurvedaanbieter werben heutzutage mit diesem Wort, ohne dem hohen Anspruch dieser komplizierten Therapie auch nur einigermaßen gerecht werden zu können.
Laut Untersuchungen findet bei 20% aller Frauen im Westen der Eisprung nicht bei Zyklusmitte, sondern beispielsweise schon kurz nach den Tagen statt. Auch sind zwei Eisprünge in einem Zyklus möglich. Die Quintessenz der Forscher: Paare sollten nicht nur an den vermeintlich „heißen Tagen“ Geschlechtsverkehr haben, sondern auch davor und danach. Grundsätzlich ist zwar an dieser Empfehlung nichts auszusetzen, nur geht sie an der eigentlichen Ursache vorbei. Gerade weil die Frauen einen unregelmäßigen Eisprung haben, ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, deutlich schlechter. Daher wäre es sicherlich besser, diese Frauen ordentlich zu behandeln anstatt eine solche Empfehlung zu geben.
1. Führen Sie rechtzeitig vor einer geplanten Schwangerschaft bei einem erfahrenen Ayurvedatherapeuten eine Panchakarmakur durch.
2. Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf und regelmäßige Essenszeiten. Gehen Sie zeitig ins Bett.
3. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, die ihrer Konstitution und ihrer Verfassung entsprechen. Vermeiden Sie grundsätzlich folgende Speisen: Meeresfisch, Meerestierchen, Meersalz, unverdünnte Obstsäfte (vor allem gemischte) und Nahrung, die irritierend auf die Schleimhäute wirkt (Chili, Rettich, Schimmelkäse). Halten Sie weitgehend die allgemeinen ayurvedischen Ernährungsrichtlinien ein, wie sie im theoretischen Teil kurz angesprochen wurden und beschäftigen Sie sich mit weitergehenden ayurvedischen Ernährungsbüchern, die darauf noch spezifischer eingehen. (10)
4. Hören Sie auf, zu rauchen. Nikotin mindert die Fruchtbarkeit der Frau (übrigens beim Mann noch mehr).
5. Vermeiden Sie regelmäßigen Alkoholkonsum, besonders Bier, Weißwein und natürlich Hochprozentiges. (11)
6. Vermeiden Sie Stress, besonders beruflichen. Setzen Sie die Priorität auf die bevorstehende Schwangerschaft weniger auf Beruf oder andere Dinge.
7. Vermeiden Sie harte körperliche Anstrengungen.
8. Bereiten Sie sich vor allem geistig auf das Schwangerwerden vor. Fangen Sie an zu meditieren, beschäftigen Sie sich mit allen Themen der Schwangerschaft, machen Sie in Gedanken Visualisierungen, um Ihren gesamten Organismus optimal darauf vorzubereiten. Aber verkrampfen Sie sich dabei nicht! Oft ist man erfolgreicher, wenn man die Dinge auch loslassen kann.
9. Machen Sie sich keinen Stress, um nur zum „optimalen“ Zeitpunkt Geschlechtsverkehr zu haben. Schlafen Sie nur mit Ihrem Mann, wenn Sie in der richtigen Stimmung dazu sind, also mit einem ausgeglichenen, klaren und liebenden Geist.
10. Und vergessen Sie niemals: Die Empfängnis ist ein heiliger und kein rein mechanischer Akt. Es ist eine Gnade unseres Schöpfers, die wir genauso empfangen müssen. Trotz bester Voraussetzungen kann es manchmal lange dauern. Niemand kann es erzwingen. Versuchen Sie, Gott oder eine höhere geistige Führung darum zu bitten, Ihnen diesen Herzenswunsch zu erfüllen.
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(9) Caraka Samhita Vol.1 by R.K. Sharma Bhagwan Dash, Chowkamba Sanskrit: Sarirasthana, Kap. IV
(10) Dieter Scherer - Das große Ayurvedabuch: München/Kreuzlingen 2002. Hugendubel/Irisiana
(11) Homöopathische und ayurvedische Medikamente können auch Alkohol enthalten. Daher sollten Sie diese besser von einem Heilpraktiker oder naturheilkundlichen Arzt verschreiben lassen und nicht selbst experimentieren.
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Lesen Sie hier den 1.Teil:
Die Fruchtbarkeitsstörung
Gesellschaftlche Ursachen
Der verpasste Kinderwunsch
Heilpraxis für Traditionelle Ayurveda Medizin
Dieter Scherer
Zugspitzstraße 76
82467 Garmisch-Partenkirchen
T 08821-912616
www.traditionelle-ayurveda.de
Die weibliche Fruchtbarkeit - Teil 2
24.04.2007 | von Dieter SchererLesen Sie hier den 2. Teil des Beitrages mit folgenden Themen:* Die Behandlung der weiblichen Fruchtbarkeitsstörungen* Die Vorbereitungen für eine Schwangerschaft* Allgemeine Empfehlungen zur Schwangerschaftsvorbereitung
Die weibliche Fruchtbarkeit - Teil 2
Behandlung der weiblichen Fruchtbarkeitsstörung
Die häufigste medizinische Behandlung bei weiblicher Fruchtbarkeitsstörung beschränkt sich in der Regel auf die Gabe von Hormonen einerseits und operativen Eingriffen andererseits, meist der Bauchspiegelung (Laparaskopie). Von wirklicher Heilung kann man dabei nicht sprechen, bestenfalls von der Beseitigung von Hindernissen und Symptomen. Die ayurvedische Medizin dagegen versucht von Grund auf zu heilen. Ist es nicht viel wichtiger die Ursache für eine hormonelle Störung zu finden und diese zu behandeln als einfach nur Hormone zu verschreiben? Oder der Frage nachzugehen, warum die Eileiter sich immer wieder verkleben, anstatt jedes Mal mit hartem Stahl in den empfindlichen weiblichen Unterbauch einzudringen? Und trotzdem, manchmal kann man den chirurgischen Eingriff nicht mehr vermeiden. Er sollte jedoch der Weisheit letzter, nicht erster, Schluss sein.
Im Ayurveda kann man in den meisten Fällen weiblicher Fruchtbarkeitsstörungen sehr viel tun. Intensive Reinigungskuren (Panchakarma), Heilpflanzen, die effizient den Stoffwechsel verändern und gezielt die gewünschten Gewebe aufbauen, bewirken oft schon große Erfolge. Aber auch, wenn die Ursachen anders gelagert sind, beispielsweise bei hormonellen oder konstitutionellen Störungen gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Ein kleines Beispiel einer Heilpflanze, deren Heilkraft für den weiblichen Organismus so groß ist, dass wohl keine andere ihr ebenbürtig sein dürfte, ist Shatavari, ein indisches Spargelgewächs.
Die Wirkungen von Shatavari auf den weiblichen Organismus sind so vielfältig, dass ich mich hier nur auf die für eine Schwangerschaft wichtigsten beziehen möchte. Shatavari reinigt die Schleimhäute der weiblichen Fortpflanzungsorgane und baut sie optimal für die Schwangerschaft auf. Viele früheren Verletzungen oder Operationen in diesem Bereich können damit wieder regeneriert werden. Shatavari hat auch einen starken hormonstimulierenden Effekt. Hormonelle Störungen können damit ausgeglichen werden, ohne die gefürchteten Nebenwirkungen von Hormonpillen. Auch während der Schwangerschaft ist Shatavari sehr wichtig, da es kaum etwas Besseres für den Embryo gibt, um sein Knochengerüst zu stärken und andererseits die Frau vor Mangelerscheinungen zu bewahren. Aber auch der mental beruhigende Effekt von Shatavari, besonders in der Schwangerschaft, ist nicht zu unterschätzen. Die konstante Einnahme hilft auch, den Geburtsvorgang bestens vorzubereiten und Komplikationen zu mindern.
Eines muss man jedoch bei all diesen Behandlungen immer mitbringen, und das ist Geduld. Lieber braucht die Empfängnis ein halbes Jahr länger, als dass Komplikationen oder gar Abortgefahr während der Schwangerschaft auftreten. Die Natur lässt sich nichts aufzwingen, und wenn doch, dann hat es nicht selten einschneidende und unerwünschte Konsequenzen.
Die Vorbereitungen für eine Schwangerschaft
„Die Vereinigung von Spermium, Eizelle und der göttlichen Seele in der Gebärmutter wird als Embryo bezeichnet.“ (9)
Die Entstehung und das Wachstum eines Embryos sind laut den ayurvedischen Schriften abhängig von folgenden sechs Faktoren:
1. Der Mutter
2. Dem Vater
3. Der göttlichen Seele (Atman)
4. Der Gesundheit der Mutter
5. Dem Plasmagewebe (Rasa-Dhatu) der Mutter
6. Dem Geist (des Kindes)
Die Mutter ist der wichtigste aller Faktoren, da der Fötus von ihr ernährt wird und ihre Gesundheit, aber auch ihre Defekte auf ihn übergehen. Ein Großteil der Organe und Gewebe im Fötus werden aus der mütterlichen Quelle gebildet beispielsweise Haut, Blut, Fleisch, Fett, Herz, Leber, Milz, Nieren, Blase, Rektum, Magen, Darm und andere.
Die Spermien des Vaters sind für alle Gewebe verantwortlich, die dem Embryo Stärke und Stabilität geben beispielsweise Haare, Nägel, Zähne, Knochen, Venen, Arterien, Sehnen, Bänder und Sperma. Der Einfluss des Spermiums ist in der ersten Zeit für den Fötus stärker als der der Eizelle, da die Formgebung und Stabilität zu Beginn höchste Priorität zukommt.
Die göttliche Seele (Atman) ist zusammen mit dem Geist für folgende Faktoren zuständig: Lebensspanne, Selbstverwirklichung, die charakterliche Grundstruktur, Vorlieben und Abneigungen, Stimme und Ausstrahlung, Bewusstheit, Mut, Intellekt, Gedächtnis, Egoismus und andere.
Das Plasmagewebe (Rasa-Dhatu) ist die Nährflüssigkeit des Embryos. Es bestimmt Größe, Stärke, Zufriedenheit, Rundlichkeit und Enthusiasmus des Embryos.
Der Geist ist verantwortlich für die unter Atman genannten charakterlichen Eigenschaften. Daneben ist der Geist jedoch durch die drei mentalen Gunas Sattva, Rajas und Tamas geprägt, die im theoretischen Teil bereits besprochen wurden. Die individuelle Mischung der drei Gunas hängt sehr stark vom Vorleben des Embryos ab. Der Geist ist verantwortlich für die Vereinigung der göttlichen Seele mit dem feinstofflichen und später auch mit dem grobstofflichen Körper eines Lebewesens. Nur wenn die göttliche Seele sich mit dem feinstofflichen Körper verbindet, kann ein neues Lebewesen entstehen.
Sämtliche Eizellen der Frau sind bereits bei der Geburt vollständig angelegt. Die Zahl der Eizellen übersteigt jedoch die tatsächlich benötigten bei weitem. Warum die Natur auch hier aus einem riesigen Überfluss schöpft, kann nur spekuliert werden.
Ich möchte es an dieser Stelle noch einmal wiederholen: die häufigsten Ursachen für eine weibliche Fruchtbarkeitsstörung sind im Gegensatz zur männlichen eher funktioneller Natur und weniger ein substanzielles Problem. Bei der Frau ist von Geburt an alles, was sie braucht, um schwanger zu werden, vorhanden. Selbst sämtliche Eizellen sind bereits beim weiblichen Säugling vollständig angelegt und müssen nur noch für den späteren 4-wöchentlichen Mentsruationszyklus ausgereift werden. Die Frau muss daher nicht wie der Mann ständig neue Eizellen produzieren, sondern kann auf ein unerschöpfliches Reservoir zurückgreifen. Die Frau ist die Empfangende. Sie empfängt das werdende Kind und sollte, um schwanger zu werden, den Körper so vorbereiten, dass nichts dieser Empfängnis im Wege steht. Aus ayurvedischer Sicht ist für den Erfolg einer Empfängnis vor allem die Qualität von Rasa-Dhatu entscheidend. Rasa-Dhatu, das Grundplasma, das nicht nur alle Körperzellen ernährt und versorgt, sondern in diesem Fall auch den werdenden Embryo. Man könnte dieses Prinzip mit unserer „Mutter Erde“ vergleichen. Je besser die Qualität der Erde, umso schneller, kräftiger und häufiger können die Pflanzen auf ihr wachsen. Bei schlechter Erde gedeiht nur wenig, und die wenigen sind meist schwach und kümmerlich.
Daraus wird verständlich, dass jede Frau vor einer erwünschten Schwangerschaft eine Reinigungskur (Panchakarma) durchführen lassen sollte. Nur ein gut geschulter ayurvedischer Therapeut kann nach eingehender Untersuchung feststellen, wie sie im Einzelfall auszusehen hat. Diese Kur kann nicht nur in einer Kurklinik über 2-4 Wochen stationär durchgeführt werden sondern auch begleitend zum Alltag, aber dann über einen längeren Zeitraum.
Achtung: Lassen Sie sich nicht vom Begriff Panchakarma verführen. Die meisten Ayurvedaanbieter werben heutzutage mit diesem Wort, ohne dem hohen Anspruch dieser komplizierten Therapie auch nur einigermaßen gerecht werden zu können.
Empfehlungen zur Schwangerschaftsvorbereitung
Laut Untersuchungen findet bei 20% aller Frauen im Westen der Eisprung nicht bei Zyklusmitte, sondern beispielsweise schon kurz nach den Tagen statt. Auch sind zwei Eisprünge in einem Zyklus möglich. Die Quintessenz der Forscher: Paare sollten nicht nur an den vermeintlich „heißen Tagen“ Geschlechtsverkehr haben, sondern auch davor und danach. Grundsätzlich ist zwar an dieser Empfehlung nichts auszusetzen, nur geht sie an der eigentlichen Ursache vorbei. Gerade weil die Frauen einen unregelmäßigen Eisprung haben, ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, deutlich schlechter. Daher wäre es sicherlich besser, diese Frauen ordentlich zu behandeln anstatt eine solche Empfehlung zu geben.
1. Führen Sie rechtzeitig vor einer geplanten Schwangerschaft bei einem erfahrenen Ayurvedatherapeuten eine Panchakarmakur durch.
2. Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf und regelmäßige Essenszeiten. Gehen Sie zeitig ins Bett.
3. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, die ihrer Konstitution und ihrer Verfassung entsprechen. Vermeiden Sie grundsätzlich folgende Speisen: Meeresfisch, Meerestierchen, Meersalz, unverdünnte Obstsäfte (vor allem gemischte) und Nahrung, die irritierend auf die Schleimhäute wirkt (Chili, Rettich, Schimmelkäse). Halten Sie weitgehend die allgemeinen ayurvedischen Ernährungsrichtlinien ein, wie sie im theoretischen Teil kurz angesprochen wurden und beschäftigen Sie sich mit weitergehenden ayurvedischen Ernährungsbüchern, die darauf noch spezifischer eingehen. (10)
4. Hören Sie auf, zu rauchen. Nikotin mindert die Fruchtbarkeit der Frau (übrigens beim Mann noch mehr).
5. Vermeiden Sie regelmäßigen Alkoholkonsum, besonders Bier, Weißwein und natürlich Hochprozentiges. (11)
6. Vermeiden Sie Stress, besonders beruflichen. Setzen Sie die Priorität auf die bevorstehende Schwangerschaft weniger auf Beruf oder andere Dinge.
7. Vermeiden Sie harte körperliche Anstrengungen.
8. Bereiten Sie sich vor allem geistig auf das Schwangerwerden vor. Fangen Sie an zu meditieren, beschäftigen Sie sich mit allen Themen der Schwangerschaft, machen Sie in Gedanken Visualisierungen, um Ihren gesamten Organismus optimal darauf vorzubereiten. Aber verkrampfen Sie sich dabei nicht! Oft ist man erfolgreicher, wenn man die Dinge auch loslassen kann.
9. Machen Sie sich keinen Stress, um nur zum „optimalen“ Zeitpunkt Geschlechtsverkehr zu haben. Schlafen Sie nur mit Ihrem Mann, wenn Sie in der richtigen Stimmung dazu sind, also mit einem ausgeglichenen, klaren und liebenden Geist.
10. Und vergessen Sie niemals: Die Empfängnis ist ein heiliger und kein rein mechanischer Akt. Es ist eine Gnade unseres Schöpfers, die wir genauso empfangen müssen. Trotz bester Voraussetzungen kann es manchmal lange dauern. Niemand kann es erzwingen. Versuchen Sie, Gott oder eine höhere geistige Führung darum zu bitten, Ihnen diesen Herzenswunsch zu erfüllen.
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(9) Caraka Samhita Vol.1 by R.K. Sharma Bhagwan Dash, Chowkamba Sanskrit: Sarirasthana, Kap. IV
(10) Dieter Scherer - Das große Ayurvedabuch: München/Kreuzlingen 2002. Hugendubel/Irisiana
(11) Homöopathische und ayurvedische Medikamente können auch Alkohol enthalten. Daher sollten Sie diese besser von einem Heilpraktiker oder naturheilkundlichen Arzt verschreiben lassen und nicht selbst experimentieren.
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Lesen Sie hier den 1.Teil:
Die Fruchtbarkeitsstörung
Gesellschaftlche Ursachen
Der verpasste Kinderwunsch
Anschrift des Verfassers
Heilpraxis für Traditionelle Ayurveda Medizin
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