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Anregungsmittel und verdauungsfördernde Heilpflanzen (Dipana - Panchana karma)

Anregungsmittel und verdauungsfördernde Heilpflanzen (Dipana - Panchana karma)

15.12.2002 | Von Vasant Lad/David Frawley In der westlichen Pflanzenheilkunde sind Anregungsmittel Heilpflanzen, die alle organischen Funktionen allgemein anregen, fördern oder steigern, was hauptsächlich über eine Anregung der Verdauungskraft geschieht.

 
Zu den Anregungsmitteln, die meist von erhitzender Energie und scharfem Geschmack sind, gehören die meisten scharfen Gewürze, Pfeffer- und Ingwerarten. Ihre Wirkung vermehrt die innere Hitze, vertreibt die innere Kälte und kräftigt den Stoffwechsel und den Kreislauf.
Es handelt sich um die stärksten Heilpflanzen zur Steigerung von Agni, des Verdauungsfeuers, und dadurch auch um die stärksten Pflanzen zur Vernichtung von Ama, den toxischen Ansammlungen. Sie sind mit den Agni Dipana und Agni Panchana Heilpflanzen im Ayurweda identisch; den Heilpflanzen, die Agni vermehren und Ama verdauen. Sie enthalten große Mengen von Agni, so daß die Mittel auch dann, wenn der Körper sehr wenig Agni besitzt, immer noch Toxine verbrennen können.


Diese Pflanzen wärmen den Magen, vermehren den Appetit, wärmen das Blut und regen die Sinne an. Sie sind häufig von antibakterieller oder antiparasitärer Wirkung und steigern die körpereigene Abwehr. Sie sind keine Aufbaumittel im eigentlichen Sinne, aber sie gewährleisten die Assimilation der Nahrungsmittel, wodurch der Körper aufgebaut wird. Sie werden oft sowohl in Verbindung mit tonisierenden und nährenden Heilpflanzen als auch zusammen mit bestimmten Nahrungsmitteln gebraucht.
Sie sind die stärksten Pitta-vermehrenden und Kapha-vermindernden Heilpflanzen und sind im allgemeinen auch Vata-vermindernd. Im Übermaß verwendet können sie Vata aufgrund ihrer trocknenden Eigenschaft verschlimmern.
Diese Mittel sind bei Sama-Zuständen angezeigt und können in kleinen Mengen bei Sama-Pitta angewandt werden. Aufgrund ihrer toxinvernichtenden Wirkung können sie bei Fieber eingesetzt werden, wobei sie dann mit Bittertonika und Antipyretika kombiniert werden können.
Viele anregende, verdauungsfördernde Heilpflanzen sind Karminativa und Stomachika, da sie auch die Peristaltik anregen (Samana Vayu). Indem sie die Oberfläche des Körpers erhitzen und die Schweißabsonderung fördern, sind sie auch Diaphoretika. Sie helfen, Kapha oder Schleim aus Magen, Lunge und den Luftwegen zu entfernen und fördern die Tränenabsonderung. Indem sie die Durchblutung fördern, haben sie auch eine gewisse blutreinigende Wirkung.
Diese verdauungsanregenden Mittel sind auch mit den nervenanregenden Mitteln verwandt. Sie können hohen Blutdruck vermehren oder Schlaflosigkeit verursachen. Sie sollten nur zur Unterstützung bei Funktionsschwäche eingesetzt werden und nicht, um eine übermäßige Aktivität aufrechtzuerhalten.
Anregende und verdauungsfördernde Heilpflanzen sind immer dann angezeigt, wenn die Verdauungsleistung verbessert und Kälte beseitigt werden sollte, wenn Toxine und Zungenbelag zu bereinigen sind und ein träger Stoffwechsel und eine schlechte Durchblutung zu beheben sind.
Diese Mittel sind kontraindiziert bei Zuständen von Austrocknung und Flüssigkeitsmangel sowie bei entzündlichen Schleimhautprozessen, und dürfen ebenfalls nicht direkt mit den Schleimhäuten in Verbindung gebracht werden.
Typische anregende Heilpflanzen sind: Ajwan (Sellerie), Asafoetida (Stinkasant), Schwarzer Pfeffer, Cayennepfeffer, Zimt, Nelken, Knoblauch, Ingwer (getrocknet), Meerrettich; Senf, Zwiebel, Pippali, Gelbholzbaum.
Nach Ansicht der westlichen Pflanzenheilkunde besitzen einige bittere Heilpflanzen oder Bittertonika eine anregende Wirkung.
Man könnte die Wirkung dieser Pflanzen mit derjenigen einer kalten Dusche oder eines kurzen Bades in kaltem Wasser, um den Körper zu erwärmen, vergleichen. Nach ayurwedischer Ansicht sind solche Pflanzen besser geeignet, den Abbau der Toxine zu fördern, als die normale Verdauung der Nahrung anzuregen. (Siehe Bittertonika und Antipyretika für kalte, bittere Anregungsmittel).

Auszug aus "Die Ayurweda Pflanzen-Heilkunde" von Vasant Lad/David Frawley, mit freundlicher Genehmigung des Windpferd Verlags, Copyright beim Windpferd Verlag.


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