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Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda: Thymian

Einheimische Heilpflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda: Thymian

04.02.2014 | Der zweite Teil der Folge von VedaLife über einheimische Pflanzen und Kräuter und ihre Wirkung im Ayurveda befasst sich mit Thymian. Von Gottfried Graf    

Thymian(Thymus vulgaris)

Die Thymiane sind eine Pflanzengattung in der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Es gibt sehr viele Arten, die fast alle Heil- und Gewürzpflanzen sind. Am weitesten verbreitet ist der Echte Thymian (thymus vulgaris).

                      
Blühender Thymian (thymus vulgaris)
(aus Graf/Jahrmarkt, Ayurveda Bilder, 2013)

Der Echte Thymian (engl. Thyme) ist eine Heilpflanze von nahezu universeller Wirkung. So helfen die Wirkstoffe den Atmungsorganen, dem Verdauungssystem, in der Frauenheilkunde und dem Nervensystem. Thymian wächst als ausdauernder Halbstrauch, teils krautig, teils verholzt. Im Sommer zeigt der Thymian kleine zartrosa Blüten. Die kleinen Blättchen, die auch gerne als Gewürz in der Küche verwendet werden,  lassen sich bis in den Winter hinein leicht durch Abstreifen von den Stängeln ernten.
 

Im Volksmund wird der Echte Thymian auch genannt: Garten-Thymian, Quendel, Zimis, Demut, Chölm.

In der Küche trägt Thymian dazu bei, viele Speisen leichter verdaulich zu machen. Die Pflanze wird deshalb sehr häufig zum Würzen von Braten, Soßen, Füllungen, Gemüse, Pilzen sowie für Kräuteröl verwendet. Thymian wird auch verwendet zur Herstellung von Kräuterbitter und Kräuterweinen.
 

Die besonderen Wirkungen des Echten Thymian

Verwendet werden vom Thymian die Blätter, aus denen Tee, Tinktur oder Aufgüsse gemacht werden können. Die Wirkstoffe der Blätter sind antibakteriell, beruhigend, blutstillend, krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend , verdauungsfördernd, desinfizierend und anregend. So hilft der Echte Thymian besonders bei:

  • Husten jeder Art
  • Bronchitis
  • Asthma
  • Erkältungen
  • Heiserkeit
  • Halsentzündung
  • Zahnfleischentzündung
  • Verdauungsschwäche
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Rheuma
  • Gicht
  • Frauenleiden
  • Nervenschwäche
  • Verstauchungen, Verrenkungen
  • Hautproblemen
  • Gesichts-, Gürtelrose

 

Heilpflanzliche Anwendungen und Tipps

Die Blätter des Echten Thymian enthalten viele ätherische Öle, z.B. Thymol, Kampfer, Zineol, Menthon, Limonen, Terpinen, ferner Gerbstoffe, Cumarine, Saponine, Pentosane, Zink.

Diese Wirkstoffe des Echten Thymian entfalten sich gut in einer Teezubereitung. Man übergießt einen Teelöffel Thymiankraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser, fünf Minuten ziehen lassen. Die Wirkung des Tees wird durch Zugabe von Honig verstärkt. Besonders wirksam ist auch Thymian-Kräuteröl, das für Einreibungen oder Erkältungsbäder angewendet werden kann, aber auch in der Küche zum Würzen und Zubereiten von Speisen.

Bei Verletzungen des Bewegungsapparates kann Thymian-Tinktur eingerieben werden. Dies hilft auch bei rheumatischen Gelenkschmerzen. Bei Hautproblemen, Wunden, Verletzungen oder Ekzemen wird Thymian in Form von Aufgüssen oder als Kompressen angewendet. Bei einem  Dampfbad werden die Atmungsorgane desinfiziert und so die Atmung insgesamt erleichtert.  


Bergthymian
(aus Graf/Jahrmarkt, Ayurveda Bilder, 2013)


Die ayurvedische Wirkung von Thymian

Der Echte Thymian ist entsprechend den ayurvedischen Geschmacksrichtungen (rasa)überwiegend scharf/erhitzend.

Die Geschmacksrichtung scharf/erhitzendist anregend, fördert die Verdauung und hebt den Appetit. Scharfes stabilisiert den Kreislauf und hebt allgemein die Körperfunktionen, während es Ansammlungen körperfremder Stoffe vermindert.

 

Echter Thymian wirkt ayurvedisch

Vata ausgleichend

Kaphaausgleichend

Pittaerhöhend

 

Ayurvedisch wirkt der Echte Thymian besonders auf die Gewebe(dhatus):Blut (rakta), Muskulatur (mamsa), Knochenmarkt und Nerven (majja) und auf die Systeme(srotas)Kreislauf, Nerven, Verdauung, Atmung.

Und im Einzelnen besonders bei den ayurvedischen Indikationen:

 

  • Atemwegserkrankungen
  • Asthma
  • Verdauungsschwäche
  • Blähungen
  • Leberschwäche
  • Rheuma, Gicht
  • Erkrankungen des Harnapparates
  • Frauenleiden
  • Nervenschwäche
  • Schlaflosigkeit
  • Hautprobleme
  • Zahnschmerzen

Vorsicht aus ayurvedischer Sicht bei Menschen mit bereits übermäßigem Pitta,das durch die Wirkstoffe des Thymian mit der Geschmacksrichtung scharf/erhitzend noch verstärkt werden könnte.

 

Zubereitung:

Tee aus getrockneten Blättern, Tinktur, Aufguss, Kompressen. Besonders wirksam das ätherische Öl des Thymian, das verdünnt in Öl (1:100) für wirksame Einreibungen verwendet werden kann.

(zusammengefasst nach Lad/Frawley, Die Ayurveda Pflanzenheilkunde, Oberstdorf, 2011)

(Bildnachweis: Anleserbild: US Department of Agriculture, Dr. J. Park)

© VedaLife GbR
 

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Gottfried Graf
 

g.graf@veda-life.de


Titelbild: From Wikimedia Commons, the free media repository


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