...für Einsteiger - Ölmassagen
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| Ölmassagen und andere Massageformen |
Die ayurvedischen Ölmassagen (abhyanga) unterscheiden sich in vielfacher Hinsicht von den westlichen Massagen. Es wird einerseits mit viel warmem Öl gearbeitet, das ‚mediziniert’, d.h. arzneilich aufbereitet wurde bzw. mit verschiedensten Kräutern über mehrere Tage zur Entfaltung der Kräuterwirkung abgekocht. Zum anderen wird das Öl mit wenig Druck im gleichmäßigen Rhythmus mit langen Streichungen sorgfältig in die Haut eingearbeitet. Die heilsame Wirkung der Ölmassage entsteht dann durch das Zusammenspiel von Massagetechnik und den energetischen und medizinischen Eigenschaften der Öle. Daraus lässt sich leicht erkennen, dass die Öle von dem Arzt oder Therapeuten in jedem Einzelfall sehr sorgfältig auf die Konstitution, den aktuellen Zustand des Patienten und die erwünschte Wirkung abgestimmt werden müssen. Man sagt, dass das Öl selbst (wenn es ein spezielles, mediziniertes Öl ist) ca. 50 – 70 % der Wirkung ausmachen. Es ist darauf zu achten, dass die Massage nur dann erfolgt, wenn die zuletzt genossene Mahlzeit verdaut ist. Auch gibt es in den alten Schriften genau Anweisungen, wann eine Ölmassage kontraindiziert ist. Bspw. bei viel Kapha und viel ama (Schlackenstoffe) im Körper, bei Fieber, bei Wasseransammlungen etc. Es ist angeraten, dies mit dem behandelnden Therapeuten vor der Massage abzuklären. Vagbhata, ein häufig zitierter Klassiker des Ayurveda (7.-8. Jhdt. n. chr.) beschreibt in seinem Lehrtext „Astanga Hrdaya, Sutra:2:7-8 die Wirkung der ayurvedischen Massage:
Die vielen Massageformen im Ayurveda werden je nach Konstitution, Art der Störung und therapeutischer Zielsetzung auch als vor- oder nachbehandelnde Massagen im Rahmen anderer Therapien eingesetzt. Hier eine kleine Auswahl: Udvartana – eine Massage mit feingemahlenen Pflanzenpulvern. Je nachdem was erreicht werden soll, können die Pulver erwärmt werden oder mit Öl zu einer Paste verarbeitet werden. Die Haut wird rein, glatt und gefestigt. Besonders bei Juckreiz und Neigung zu Nesselsucht kann die Pulvermassage hilfreich sein. Aber auch bei Pitta-Typen, die bspw. kein Sesamöl vertragen, kann eine leichte Pulvermassage angeraten sein. Garshan – eine Massage mit Seidenhandschuhen (Garshan). Sie wird in der Regel sehr kräftig durchgeführt, so dass sie stimulierend und belebend wirkt. Sie ist oftmals bei Kapha-Typen indiziert. Der Lymphfluss wird angeregt, die Durchblutung gesteigert und das Bindegewebe gestärkt. Das Hautbild wird verfeinert, weil die Hautoberfläche sanft von abgestorbenen Zellen befreit wird. Marmapunktmassage – marmas (Energiepunkte) und Nadis (Energiebahnen) werden durch Auftragen von Ölen oder anderen Substanzen auf spezielle Marmapunkte und durch Massage dieser Punkte aktiviert. Es können so gezielt bestimmte Organe und Körperkanäle stimuliert werden, so dass Einfluss auf die Doshas, auf den Gewebeaufbau und die Gewebereinigung genommen werden kann. Generell wirkt sie ausgleichend auf die Körper-Seele-Geist-Einheit des Menschen und wird zum Zwecke der Heilung oder Linderung von Störungen genutzt. In der Marmachikitsa, der Heilkunst durch Stimulation der Marmas, werden 107 genau definierte Punke des Körpers beschrieben, deren Wirkung bei Verletzung von Schmerzen über Behinderung bis zum Tod führen kann. Padabhyanga – eine wohltuende Fußmassage mit Öl. Da die Fußsohlen eng verbunden mit Ohren und Augen sind, kann diese Massage gut bei Sehstörungen und Augen- und Ohrenproblemen angewandt werden. Abends ausgeführt fördert sie das Einschlafen und verbessert den Tiefschlaf. Grundsätzlich sollten alle Massagen nur von gelernten Ayurveda-Massagetherapeuten ausgeführt werden. Eine Rezeptur bzw. eine entsprechende Anordnung durch einen ayurvedischen Arzt kann in vielen Fällen angeraten sein.
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Alle Inhalte mit freundlicher Genehmigung von Dr. phil. Marikka Kneissl, Heilpraktikerin.
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